Plattform Wiederaufbau Ukraine
Zerstörte Brücke in der Ukraine

Hintergrund Wiederaufbau: schon heute ein Muss

In der Ukraine werden täglich Wohnhäuser, Schulen, Energieinfrastruktur und vieles mehr durch Angriffe Russlands beschädigt oder zerstört. Die Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Wasser, Wärme oder medizinischen Dienstleistungen ist vielerorts unterbrochen. Zahlreiche Waren sind nicht erhältlich, die Verkehrsinfrastruktur ist vielerorts nicht oder nur unzureichend funktionsfähig.

Schon jetzt muss zerstörte Infrastruktur instandgesetzt und die staatliche Gesundheitsversorgung vielerorts wiederhergestellt werden, Unternehmen müssen wiederaufgebaut werden. Nur wenn die Lebensbedingungen akzeptabel sind, kann verhindert werden, dass die Menschen, die für den Wiederaufbau dringend gebraucht werden, ihre Heimat dauerhaft verlassen.

Zudem müssen die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Folgen des Krieges abgefedert und langfristig überwunden werden. Als Leitprinzip dient dabei „Build Back Better“. Dabei geht es darum, dass wiederaufgebaute Gebäude heutigen Standards entsprechen, oder die neue Energieversorgung dezentraler und nachhaltiger und die Industrie umweltfreundlicher und effizienter werden, als sie es vorher waren.

Schadens- und Bedarfsbewertung (RDNA)

Weitere Informationen

Die Aufzeichnung der Veranstaltung vom 05. März 2026 finden Sie hier: Spotlight on Das fünfte Ukraine Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA5) (Externer Link)

Die Weltbank, die ukrainische Regierung, die EU-Kommission und die Vereinten Nationen veröffentlichen regelmäßig mit dem Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA) eine umfassende Schadens- und Bedarfsbewertung der Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine. Am 23. Februar 2026 wurde die fünfte Schadens- und Bedarfsbewertung (RDNA5) veröffentlicht.

Die direkten Kriegsschäden in der Ukraine beliefen sich Ende 2025 auf rund 195 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresbericht (RDNA4). Die Schäden sind weiterhin stark konzentriert: Die vier Sektoren Wohnen (61 Mrd. US-Dollar), Transport (40 Mrd. US-Dollar), Energie (25 Mrd. US-Dollar) und Industrie (20 Mrd. US-Dollar) machen zusammen 75 Prozent der Gesamtschäden aus. Die am stärksten betroffenen Regionen sind die Frontregionen sowie die wichtigsten Ballungsräume, darunter die Stadt und Region (Oblast) Kyjiw.

Der Gesamtbedarf für den Wiederaufbau in den kommenden zehn Jahren wird mit 588 Milliarden US-Dollar beziffert. Für das laufende Jahr 2026 definiert der Bericht die dringendsten Prioritäten mit einem Finanzierungsbedarf von gut 15 Milliarden US-Dollar.

Der Report unterscheidet dabei zwischen den akuten Reparaturbedarfen und den langfristigen Wiederaufbaukosten, die dazu dienen nach dem Prinzip des „Building back better“ die Ukraine moderner, effizienter und im Einklang mit EU-Richtlinien wiederaufzubauen. Das ist langfristig auch für deutsche Unternehmen von Interesse, wenn der ukrainische Markt EU-Standards bietet.

Unterstützung des Wiederaufbaus

Die Ukraine benötigt für den Wiederaufbau externe Unterstützung – aus Deutschland, der Europäischen Union und der gesamten internationalen Gemeinschaft.

Damit Soforthilfe, langfristiger, nachhaltiger Wiederaufbau und der EU-Beitrittsprozess gut ineinandergreifen, müssen sie ineinander verzahnt geplant und umgesetzt werden. Das gilt auch für das Zusammenspiel der verschiedenen beteiligten Akteursgruppen.

Internationale bilaterale Hilfsleistungen

Der Ukraine Support Tracker (Externer Link) des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) erfasst systematisch den Wert der Unterstützung, die Regierungen von 41 Ländern der Ukraine seit Februar 2022 zugesagt haben. Erfasst werden öffentlich bekannte militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen. Erfasst sind insbesondere die EU-Mitgliedsstaaten, andere Mitglieder der G7 sowie Australien, Südkorea, die Türkei, Norwegen, Neuseeland, die Schweiz, China, Taiwan, Indien und Island. Ebenfalls hält die Seite eine Übersicht an Regierungshilfen nach Ländergruppen (Europa, Vereinigte Staaten von Amerika) bereit.

Bundesregierung: So unterstützt Deutschland die Ukraine

Deutschland steht zu seinem Versprechen, die Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs so lange wie nötig und auf vielfältige Weise zu unterstützen. Dazu gehört die militärische, humanitäre und finanzielle Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel im Katastrophenschutz, in der Bildung, Wirtschaft und Gesundheit. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesregierung (Externer Link).

EU-Beitritt und europäische Unterstützung

Das Engagement der Bundesregierung ist eng verzahnt mit der Ukraine-Unterstützung der Europäischen Union (Externer Link). Im Juni 2024 wurden die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine förmlich aufgenommen, im Juni 2026 das erste Verhandlungskapitel geöffnet. EU-Beitrittsprozess, Wiederaufbau und Erholung der Ukraine sind miteinander eng miteinander verbunden.

Die Europäische Union unterstützt den Wiederaufbau der Ukraine auf vielfältige Weise. Hierfür hat sie 2024 zum Beispiel die Ukraine-Fazilität (Externer Link) eingerichtet, die das Engagement der EU für die Erholung, den Wiederaufbau und die Modernisierung die Ukraine bündelt. Die Fazilität besteht aus drei Säulen:

  1. Finanzielle Unterstützung: Finanzhilfen und Darlehen für die Umsetzung des Ukraine-Plans (Externer Link) der Europäischen Kommission und der ukrainischen Regierung
  2. Investitionsrahmen: Mobilisierung und Förderung öffentlicher und privater Investitionen für den Wiederaufbau der Ukraine. Ein Teil der Gelder ist für grüne Investitionen und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorgesehen.
  3. Technische und administrative Unterstützung: etwa für Strukturreformen auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft, für Kapazitätsentwicklung lokaler, regionaler und nationaler Behörden sowie zur Unterstützung der Zivilgesellschaft.

Internationale Koordination der Wiederaufbau-Hilfe

Der Wiederaufbau und die Umsetzung notwendiger Reformen in der Ukraine erfordern ein international gut koordiniertes Engagement und eine enge Abstimmung mit der ukrainischen Regierung.

Ukraine Donor Platform (UDP)

Weitere Informationen

Die Aufzeichnung der Veranstaltung vom 3. September 2025 finden Sie hier: Spotlight on Ukraine Donor Platform UDP mit Simon O’Connor, Leiter des Sekretariats der UDP (Externer Link)

Im Rahmen des deutschen G7-Vorsitzes im Jahr 2022 sicherten die G7-Staaten der Ukraine ihre dauerhafte Unterstützung zu. Bei einer internationalen Fachkonferenz zum Wiederaufbau der Ukraine beschlossen die G7-Staaten die Einrichtung der internationalen Plattform für die Geberkoordinierung des Wiederaufbaus der Ukraine, der sogenannten Ukraine Donor Platform (UDP) (Externer Link).

Sie soll das Engagement der G7-Mitgliedsstaaten für den Wiederaufbau der Ukraine und die zivile Unterstützung koordinieren und die eingesetzten Ressourcen auf kohärente, transparente und integrative Weise lenken. Die UDP arbeitet eng mit der ukrainischen Regierung zusammen, um deren Bedarfe zu identifizieren und Prioritäten zu setzen.

Im zentralen Steuerungsgremium wird die Bundesregierung durch Entwicklungsstaatssekretär Niels Annen vertreten.

Weitere Informationen: Main page - Ukraine Donor Platform (Externer Link)

Ukraine Recovery Conferences (URC)

Die 2017 ins Leben gerufene internationale „Ukraine Reform-Konferenz“ wurde nach Russlands vollumfänglichem Angriff auf die Ukraine 2022 zur „Ukraine Wiederaufbau-Konferenz“ beziehungsweise „Ukraine Recovery Conference“ (URC). Sie bietet einen politischen Rahmen für den Wiederaufbau der Ukraine.

Die letzte URC fand am 25. und 26. Juni 2026 in Gdańsk (Externer Link) statt und wurde gemeinsam von der polnischen und ukrainischen Regierung ausgerichtet.

2024 hat die Bundesregierung die URC gemeinsam mit der ukrainischen Regierung in Berlin ausgerichtet. An der URC 2024 in Berlin nahmen über 3.400 Teilnehmer*innen aus Politik, internationalen Organisationen, Finanzinstitutionen, dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft und von Kommunen teil. Damit wurde der für den Wiederaufbau der Ukraine notwendige gesamtgesellschaftliche Ansatz unterstrichen, der auch bei der Plattform Wiederaufbau Ukraine verfolgt wird. Unter dem Konferenzmotto „United in Defence. United in Recovery. Stronger together.“ wurden mehr als 110 Vereinbarungen geschlossen und zentrale Allianzen für den Wiederaufbau gegründet.