DUWir gGmbH (Externer Link) ist eine gemeinnützige Organisation, die eine starke, handlungsfähige Zivilgesellschaft als Fundament für Demokratie und partnerschaftliche Entwicklung zwischen Deutschland, der Ukraine und Europa fördert.
„Wir halten durch, selbst wenn wir im Dunkeln stehen.“ Alona Movchan, Journalistin und Kulturmanagerin aus Cherson, schildert Moderatorin Julia Chenusha (DUWir gGmbH) und den rund 50 Teilnehmenden ihren Alltag in der frontnahen Stadt. Sie lebe und arbeite weiterhin in der Stadt, halte kulturelle Veranstaltungen in Schutzräumen ab und berichte als Journalistin für Suspilne aus der Region. Cherson sei nur wenige Kilometer vom besetzten linken Ufer entfernt. Explosionen seien rund um die Uhr zu hören.
Man entwickle, so schildert sie, eine Art „akustisches Wörterbuch“: Die Menschen lernten, zwischen Artillerie, Panzern und Drohnen zu unterscheiden. Wenn es pfeife, wisse man, wie viele Sekunden blieben, um sich auf den Boden zu werfen. Das sei „nicht normal“, aber Teil des Alltags.
Cities and regions in focus: Kherson. Part 1: Alona Movchan
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Gleichzeitig betont sie die Widerstandskraft der Bevölkerung. Theateraufführungen fänden weiterhin statt – in Schutzräumen, das Publikum komme „in Kleidern und mit Absätzen“. Cafés öffneten, junge Menschen träfen sich zu Filmabenden im Keller. „Wir sind keine Opfer“, sagt sie. Man entscheide sich jeden Tag zu bleiben. Zuhause sei nicht nur ein Ort, sondern „das Land, an dem wir festhalten“.
Als größte Unterstützung wünsche sie sich ein Ende der Besatzung: Entscheidend sei die Befreiung der noch besetzten Gebiete. Internationale Medien berichteten regelmäßig, doch mehr Sichtbarkeit könne helfen, die Realität der Menschen in Cherson greifbar zu machen.
Kommunale Partnerschaften als Rückgrat
Wie konkrete Solidarität aussieht, zeigen die Solidaritäts- und Städtepartnerschaften von Cherson mit Bonn und Kiel.
Die Stadt Bonn (Externer Link) pflegt seit Februar 2023 eine Solidaritätspartnerschaft mit der Stadt Cherson.
Stefan Wagner, Leiter Internationales der Stadt Bonn, berichtet über die Partnerschaft, die im Februar 2023 offiziell beschlossen wurde. Zunächst stand schnelle Hilfe im Vordergrund: medizinische Ausstattung, Feuerwehr- und Reinigungsfahrzeuge, Unterstützung für Krankenhäuser. Gleichzeitig galt es, die Partnerschaft in der Bonner Stadtgesellschaft sichtbar zu machen – über Spendenkampagnen, Schulaktionen und Kulturveranstaltungen.
Cities and regions in focus: Kherson. Part 2: Stefan Wagner (Bonn) and Robert Sochacki (Kiel)
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Eine zentrale Herausforderung liege in unterschiedlichen Planungshorizonten: Während in Cherson kurzfristiges Handeln überlebenswichtig sei, arbeiteten deutsche Verwaltungen mit langen Vorlaufzeiten. Dennoch wachse die Kooperation stetig – auch durch enge Abstimmung mit der Zivilgesellschaft.
Auch Kiel baut die Zusammenarbeit seit 2024 systematisch aus. Neben Sachspenden wie Rettungswagen und medizinischer Ausstattung ermögliche die Stadt Erholungsaufenthalte für Kinder und fördere Jugendbegegnungen. Vier Studierende aus Cherson studierten derzeit über ein kommunales Stipendienprogramm in Kiel. Robert Sochacki aus dem Büro der Stadtpräsidentin betont, man lerne durch die Städtepartnerschaft selbst viel über Resilienz und Krisenmanagement.
Gesundheitsversorgung unter Beschuss
Wie komplex Hilfe in einer Frontstadt ist, verdeutlicht Lillia Domnichova von der international tätigen Hilfsorganisation HELP - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.. Seit 2023 unterstützt diese im Rahmen des Projekts „Bonn hilft Cherson“ mehrere medizinische Einrichtungen. Geliefert würden unter anderem Ultraschallsysteme, Endoskope, Medikamente und Sauerstoffkonzentratoren.
Cities and regions in focus: Kherson. Part 3: Lillia Domnichova (Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.)
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Die Bedarfe kämen direkt von den Krankenhäusern, erklärt die Organisation. Jede Lieferung werde unter Berücksichtigung der Sicherheitslage geplant. Besonders das regionale Kinderkrankenhaus spiele eine zentrale Rolle, da es als einzige spezialisierte Einrichtung im Gebiet fungiere. Trotz wiederholter Schäden durch Beschuss nehme es weiterhin Kinder aus der gesamten Region auf.
Technische Infrastruktur sichern
Die Betreiberplattform (Externer Link) betreut 31 Betreiberpartnerschaften zwischen 26 deutschen kommunalen Unternehmen und 34 Betreibern in der Ukraine und weiteren Ländern im Wasser- und Kreislaufwirtschaftsbereich. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist für die Umsetzung der Betreiberplattform verantwortlich.
Auch die kommunale Daseinsvorsorge steht im Fokus. Über die Betreiberplattform, die die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des BMZ umsetzt, kooperieren die Stadtwerke Bonn mit dem Wasserversorger in Cherson. Neben technischer Ausrüstung wie Pumpen, Notstromsystemen und Generatoren gehe es laut Anastasiia Kahlow von der GIZ um fachlichen Austausch. Rund 600 Mitarbeitende hielten den Betrieb unter schwierigsten Bedingungen aufrecht.
Cities and regions in focus: Kherson. Part 4: The Utility Platform
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Gerade im Winter zeige sich, wie existenziell Energie- und Wasserversorgung seien. Die Bedarfslisten seien lang, Prioritäten müssten regelmäßig angepasst werden.
Koordination und strukturelle Hürden
Be an Angel e.V. (Externer Link) unterstützt geflüchtete Personen auf der ganzen Welt, sowohl in Deutschland als auch im Ausland mit Rettungsaktionen, humanitärer Hilfe und Infrastrukturförderung.
Teilnehmer wie Sergiy Govorovskyy von Be an Angel e.V. und Oleksii Sandakov, Steuer- und Rechtsberater aus Cherson, berichten zudem von Herausforderungen bei der Finanzierung und Koordination. Eine bessere Synchronisierung der zahlreichen Initiativen könne Ressourcen bündeln und Doppelstrukturen vermeiden. Gleichzeitig erschwerten europäische Sanktionsregelungen teilweise finanzielle Transfers in die Region – selbst nach der Befreiung Chersons. Sandakov regt an, gemeinsam das Gespräch mit europäischen Institutionen und zuständigen Behörden zu suchen, um hier praxistaugliche Lösungen zu erreichen
Cities and regions in focus: Kherson. Part 5: Sergiy Govorovskyy (Be an Angel e.V.) + Discussion
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Die Veranstaltung macht deutlich: Cherson steht exemplarisch für eine Stadt im Ausnahmezustand – und für eine Gesellschaft, die unter extremen Bedingungen handlungsfähig bleibt. Die deutsch-ukrainischen Partnerschaften zeigen, dass Solidarität mehr ist als Symbolik: Sie verbindet kurzfristige Hilfe mit langfristiger Zusammenarbeit. Damit schaffen sie Netzwerke, die über den Tag hinaus tragen.